Schöne Bescherung auf der Reeperbahn
Jeder kennt die Hamburger Reeperbahn. Schreckens-Storys über fiese Zuhälter, über Prostituierte und Bordelle.

Aber: Prostituierte, die vor dem Justizpalast für die Freilassung ihrer Luden demonstrieren? Die Champagnerkorken knallen lassen, wenn der Zuhälter aus dem Knast kommt? Die ihm Weihnachtsgeschenke machen?
In Hamburg steht die Welt kopf!

Nach 388 Tagen in U-Haft marschierte jetzt Reeperbahn-Boss Carsten Marek (47, angeklagt wegen Menschenhandels und Ausbeutung Prostituierter) aus dem Knast!

40 Prostituierte, Freunde und Anwälte jubelten mit Schampus in Plastikbechern. Im Halteverbot reihten sich Porsche und aufgemotzte Mercedes-Limos aneinander. Mädchen in sexy Outfits küssten und umarmten ihren Marek und seine neun mitfreigelassenen Kumpane.

Kaum zu fassen: Der Kiez feierte, dass er seinen Boss zurück hat!

Im November 2005 zündeten MEK-Polizisten eine Blendbombe in einem Hotel, in dem der Zuhälter abgestiegen war, nahmen den Rotlicht-König fest. Doch im Prozess wollte niemand den Luden belasten.

Ex-Hure Heike S. (30): „Marek ist bekannt für sein großes Herz.“ Eine Kollegin: „Er hat uns nie etwas getan. Er hat immer auf uns aufgepasst.“ Die Frauen organisierten sogar eine Massen-Demonstration.

Motiv der Mädchen: Marek gilt als „sanfter“ Lude, der seine „Ware“ pflegt und nicht vertrimmt!

Sie haben Angst, in die Hände anderer brutaler Reeperbahn-Banden zu fallen.

Jetzt ist der Zuhälter zwar frei, aber nicht freigesprochen. Ein Justizsprecher: „Er hat nur Haftverschonung, der Haftbefehl bleibt bestehen. Er darf Hamburg wegen Verdunklungsgefahr nicht verlassen.“

Gab’s eine Riesenparty auf der Reeperbahn? Angeblich nicht. Die Marek-Bande feierte mit ihren Lieblings-Prostituierten ganz brav zu Hause.