Hannover blamiert sich in Elversberg

Drei von vier Abendpartien des Samstags im Rahmen der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals entwickelten sich zu echten Pokalkrimis, zwei Mal fiel die Entscheidung erst im Elfmeterschießen - und sie fiel in Elversberg gegen den Bundesligisten aus Hannover. Mit 4:5 unterlag der Pokalsieger von 1992 dem West-Regionalligisten. Eine echte Berg- und Talfahrt erlebte Vorjahres-Halbfinalist FC Augsburg in Mannheim gegen den SV Sandhausen. Mit 3:1 behielt der Zweit- gegen den Drittligisten im Elfmeterschießen die Oberhand. Gladbach und Fürth sind ebenfalls weiter.

Hannover ist zum zweiten Mal in Folge an einem unterklassigen Verein in der ersten Runde gescheitert. Der Bundesligist, der vor einem Jahr beim Regionalligisten Eintracht Trier ausgeschieden war, musste sich nach torlosen 120 Minuten im Elfmeterschießen beim Trierer Ligakonkurrenten SV Elversberg geschlagen geben. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Elversbergs Aydin Zeric. "Wenn man sich gegen einen Viertligisten Chancen erarbeitet, muss man sie auch nutzen. Es ist bitter, dass wir ausgeschieden sind", sagte 96-Trainer Mirko Slomka. Etwa 100 Hannoveraner Randalierer sorgten nach dem Abpfiff für Schrecksekunden. Ein massiver Polizeieinsatz verhinderte jedoch Schlimmeres.

Blamable Leistung von Hannover

Angesichts der miserablen Leistung über weite Strecken der Partie stehen die Niedersachsen, die sich in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg retten konnten, offenbar wieder vor einer schwierigen Spielzeit. Slomka, dessen Verhältnis zu Sportdirektor Jörg Schmadtke als belastet gilt, hatte schon vor dem Auftakt in die anstehende Bundesliga-Saison am Samstag gegen Eintracht Frankfurt den Abstiegskampf ausgerufen.

Verrücktes Spiel in Mannheim


Augsburg siegte in einem verrückten Spiel gegen den SV Sandhausen erst im Elfmeterschießen. Unglaubliche Szenen hatten sich bereits auf dem Weg dorthin abgespielt: Sandhausen erzielte gegen Augsburg in der 119. Minute durch Routinier Sreto Ristic den Ausgleich zum 4:4. In die Verlängerung hatten sich die Augsburger im Carl-Benz-Stadion selbst erst durch einen Handelfmeter in der zweiten Minute der Nachspielzeit gerettet. Nach 1:3 hieß es nach Nando Rafaels erstem Tor plötzlich 3:3. Und in der 112. Minute jagte der frühere U-21-Nationalspieler die Kugel zum 4:3 für die Gäste in die Maschen seines früheren Gladbacher Teamkollegen Frederic Löhe.

Haas trifft zum Sieg

Zweitligist SpVgg Greuther Fürth hat nach den tollen Auftritten in der vergangenen DFB-Pokal-Saison nun mit Ach und Krach die zweite Runde erreicht. Die Mannschaft von Trainer Mike Büskens, die im Frühjahr erst im Viertelfinale mit 2:6 bei Bayern München ausgeschieden war, kam zu einem mühevollen 2:1 (0:0) nach Verlängerung beim perfekt in die Saison gestarteten Drittligisten Eintracht Braunschweig. Für die Niedersachsen war es seit 2006 das vierte Erstrunden-Aus. Bernd Nehrig (91.) brachte die Gäste nach torlosen 90 Minuten zunächst in Führung. Nach dem Ausgleich von Mathias Fetsch (106.) traf Leonhard Haas (119.) zum 2:1 und profitierte dabei von einem Fehler von Braunschweigs Keeper Marjan Petkovic.

Gladbach meistert die Pokal-Aufgabe ohne Verlängerung

Alleine Borussia Mönchengladbach übersprang die Pokal-Hürde FC Erzgebirge Aue in der regulären Spielzeit. Die Borussen kamen beim Zweitliga-Rückkehrer zu einem 3:1 (1:0)-Erfolg. US-Nationalspieler Michael Bradley (38.), der Kameruner Mohamadou Idrissou (64.) und der überragende Marco Reus (86.) schossen die Schützlinge von Trainer Michael Frontzeck zu einem verdienten Sieg. Für Aue hatte Jan Hochscheidt in der 48. Minute vor 12.652 Zuschauern den vorübergehenden Ausgleich markiert.

Kein leichter, aber verdienter Erfolg


"Wir wussten, was uns in Aue erwartet. Wir haben es nicht locker geschafft, aber wir sind weiter", sagte Idrissou und Reus ergänzte: "Wir hatten eine sehr gute Vorbereitung. Mir persönlich hat nicht so gefallen, dass wir spielerisch vor allem in der ersten Halbzeit Probleme hatten. Am Ende war unser Sieg aber in Ordnung." So sah es auch der Verlierer: "Gladbach hat die Tore gemacht, wir nicht. Das hat am Ende den Ausschlag gegeben. Aber der Sieg der Borussia war verdient", schätzte Aues routinierter Mittelfeldmann Oliver Schröder ein.

Quelle: t-online.de