Beim Internet-Auktionshaus Ebay müssen Verkäufer ab dem 8. Februar strengere Regeln befolgen. Damit will Ebay Betrüger im Internet abschrecken (Anmerkung des Thread-Erstellers: )
So wird der erlaubte Prozentsatz von negativen Kundenbewertungen für den Verkäufer gesenkt, teilte Ebay Deutschland mit. Bei Ebay können Käufer die Verkäufer von Produkten nach dem Handel bewerten: Sie vergeben dazu zwischen einem und fünf Sternen für ihre Zufriedenheit. Künftig darf die Zahl der unterdurchschnittlichen Bewertungen mit einem oder zwei Sternen maximal bei 1,2 Prozent liegen. Bisher waren es vier Prozent.
Diese neue Regelung gilt laut Ebay sowohl für große Anbieter wie auch für kleine Privatverkäufer. Verkäufer, die diese Anforderungen nicht erfüllten, müssten mit Konsequenzen rechnen wie etwa eine schlechtere Platzierungen unter den Suchergebnissen für Angebote oder eine Einschränkung der Verkaufsaktivität. Das Ziel der neuen Regeln: Ein „durchgehend hohes Serviceniveau“, wie Ebay mitteilte.
Bereits ab Montag, den 8. Februar schreibt Ebay für eine Reihe von Produkten zudem eine feste Obergrenze für die Versandkosten vor. Diese gilt unter anderem für Technikartikel, Mode-Accessoires oder Medien wie DVDs, CDs und Bücher. Für diese Produktgruppen dürfen Verkäufer dann maximal sieben Euro Versandkosten verlangen.
Bislang hatte Ebay Verkäufern bei diesen Waren vorgeschrieben, neben kostenpflichtigen Versandarten - etwa mit Versicherung - auch einen kostenlosen Versand anzubieten. Damit wollte die Auktions-Plattform Käufer vor bösen Überraschungen bewahren. Viele Verkäufer hatten in der Vergangenheit versucht, sich durch hohe Versandgebühren gegen einen niedrigen Verkaufspreis ihrer Waren abzusichern. Käufer wurden hiervon oft überrascht, weil sie Produkte vermeintlich günstig ersteigert hatten, diese aber durch einen hohes Porto deutlich teurer wurden. Dies soll mit der neuen Versandkosten-Obergrenze verhindert werden, teilte Ebay mit.
Ab dem 25. Februar müssen alle Verkäufer, deren Konto weniger als 50 Bewertungspunkte aufweist, Paypal als Zahlungsoption anbieten. Das Ebay-Tochterunternehmen Paypal ist ein Zahlungs-Dienstleister. Es soll in Verbindung mit dem Paypal-Käuferschutz das Vertrauen der Käufer in die Anbieter stärken. Bislang konnten neue Verkäufer und Gelegenheitsnutzer selbst entscheiden, ob sie das wünschen. Künftig kommen sie nicht mehr umhin, ein Paypal-Konto zu eröffnen und zu nutzen. Dafür werden zusätzliche Gebühren fällig.
Ab April gilt ein Verkäufer bereits dann als Powerseller, wenn er mindestens hundert Artikel innerhalb von zwölf Monaten verkauft hat. Zuvor waren an drei aufeinander folgenden Monaten je 300 Artikel erforderlich. Derzeit sind unter den rund fünf Millionen Ebay-Mitgliedern in Deutschland 159 000 gewerbliche Verkäufer, nur ein kleiner Teil davon hat den Status des Powersellers.
Die ersten Reaktionen von Experten auf die Änderungen sind positiv: „Der Zwang, Paypal zu benutzen ist im Prinzip eine gute Idee“, so Ebay-Experte Mike Paßmann zu BILD.de. Paypal biete eine relative Sicherheit, besonders wenn es mit einem zusätzlichen Sicherheitsschlüssel genutzt werde, so Paßmann. Für Ebay selbst hat der erweiterte Paypal-Zwang auch einen Nutzen: Der hauseigene Zahlungsdienst wird weiter verbreitet und Ebay verdient an jeder Transaktion über Paypal mit.
Die Deckelung der Versandkosten begrüßt Paßmann ebenfalls, fragt sich aber, was ein Verkäufer in Zukunft berechnen soll, der Produkte aus verschiedenen Kategorien verschicken muss.
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