die welt kann nicht ungerecht sein.
wir leben alle in einem system, einer gesellschaftlichen ordnung, die sich im geschichtlichen prozess herausgebildet hat. ungerechtigkeit
entsteht nur dann, wenn sich einzelne über die interessen der großen allgemeinheit hinweg setzen und sich anmaßen, für alles die
gerechte lösung zu haben. meist handelt es sich um einige wenige, die nicht aus uneigennutz entscheidungen treffen, sondern weil sie,
um ihren eigenen wohlstand zu sichern, abhängigkeiten schaffen.
das individuum mensch ist kein einzelgänger. war es nicht und wird es auch nicht sein. probleme werden heute am computer gelöst, weil
das kapitalistische weltbild dafür verantwortlich ist, den einzelnen nur als lohnsklaven in einer pofitablen konsumgesellschaft zu sehen.
menschliche kontakte beschränken sich mittlerweile nur noch auf das einkaufen, auf die arbeit und "online". nöte und ängste werden
nicht in der gemeinschaft gelöst, sie werden zu hause isoliert ausgetragen. freizeit wird zum luxusgut für all jene, die durch ihre arbeit die
partys der oberen zehntausend, ihre perversionen und ihre öffentliche zurschaustellung mitzufinanzieren haben.
du schreibst, jeder soll seine konflikte mit sich selbst austragen, bevor ihm andere zur seite stehen. verqueres denken ist meine antwort
darauf. die meisten konflikte, der frust auf das eigene leben und die unzufriedenheit sich selbst gegenüber sind nicht immer selbst
verschuldet. wir leben in einer reichen gesellschaft, in der der gesellschaftliche reichtum von der mehrheit der bevölkerung hart erarbeitet
wird. nur wenige ziehen daraus den nutzen und ernten die früchte. vereinsamte lämmer und frustrierte user, die über den konsum am
gesellschaftlichen leben noch teilhaben dürfen, bevor arbeitslosigkeit und abschiebung ins alter droht, passen da vortrefflich in die
onlineüberwachte und profitgierige gesellschaftsordnung des 21. jahrhunderts.
kommunikation, der austausch von gedanken, ideen.. sehnsüchten gehört in eine demokratische gesellschaftsordung. und damit diese
ordnung des zusammenlebens gerechter wird, muss darüber offen und ohne zwänge diskutiert werden dürfen.








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